Die letzte Frau

23:05 - 00:50
Melodram, I/F 1976
Regie: Marco Ferreri
Mit: Gérard Depardieu, Ornella Muti, Michel Piccoli, Renato Salvatori, Giuliana Calandra, Zou Zou, David Biggani, Nathalie Baye, Daniela Silverio
Der junge Ingenieur Gérard, von seiner Firma beurlaubt und von seiner Frau verlassen, lernt die Erzieherin Valérie kennen. Bald schon zieht Valérie in die Wohnung ihres neuen Freundes und führt mit ihm und seinem kleinen Sohn ein familienähnliches Leben in völliger Abgeschiedenheit. Doch im Laufe des Zusammenlebens kommt es immer öfter zu Konflikten. Valérie leidet unter Gérards Rücksichtslosigkeit, seinem männlichen Imponiergehabe und seiner aggressiven Sexualität, die zu bloßer Mechanik verkümmert scheint. Gérard selbst spürt, dass er mit seinen Gefühlen, Träumen und Sehnsüchten immer tiefer in eine ausweglose Sackgasse geraten ist, aus der er sich nicht mehr befreien kann. So entschließt er sich am Ende zu einer drastischen Verzweiflungstat. Mit seinem Spielfilm "Die letzte Frau" lieferte Regisseur Marco Ferreri eine ebenso bittere wie scharfsinnige Studie über den alltäglichen Kleinkrieg zwischen Männern und Frauen. Die Hauptrollen des 1975 entstandenen Films spielen Gérard Depardieu und Ornella Muti. Marco Ferreri, Skandalregisseur, Poet, Komödiant und Provokant war stets ein kauziger Außenseiter des europäischen Kinos, der immer wieder für Aufregung sorgte. Wie schon zuvor mit "Das große Fressen" (1973) schuf er auch in seinem zwei Jahre später entstandenen Film "Die letzte Frau" eine ungeschminkte Fallstudie über die Grundbedingungen der menschlichen Existenz und über das desolate Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Der umstrittene Film wurde sowohl wütend attackiert als auch mit höchstem Lob überschüttet.