Viel zu heiß für diese Welt

12:10 - 13:00
Wissen, A 2018
Kiwis ziehen, das will er in dieser Saison auch einmal probieren - aber dass seine 1000 Äpfel-, Kirsch- und Birnbäume prächtig gedeihen werden, davon ist Biobauer Gerhard Gottsberger überzeugt. Auf 1000 Meter Seehöhe zieht der Weststeirer auch noch Tomaten, Kürbisse und Erdbeeren. Vor einer Generation wäre das noch undenkbar gewesen, erzählt Gottsberger. Zu kalt. Für seine Reportage dokumentiert Reporter Alfred Schwarzenberger Maßnahmen, die in ganz Österreich gesetzt werden, um sich auf unsere Klimazukunft vorzubereiten. In Österreich werden Jahr für Jahr hunderte Hektar Ackerland zusätzlich bewässert. Besucht wird ebenso der Biobauern Günter Breuer. Auch heuer hat er sich eine neue Bewässerungsanlage liefern lassen. "Ohne künstliche Bewässerung ist es nicht mehr möglich Gemüse im Marchfeld zu ziehen", sagt er. Dutzende Hektar bewirtschaftet er auf biologischer Basis. Um dann seine Produkte liefern zu können, wenn der Markt es verlangt, kann er sich nicht mehr alleine auf die Natur verlassen. Es habe sich einiges geändert, seit der Jahrtausend-Wende. Davon berichten auch die österreichischen Bundesforste. Der Windwurf habe extrem zugenommen, erzählt man uns. Während man früher noch mit Fichten aufgeforstet hat, setzt man heute auf Ahorn, Buche oder Lärche. Denn auf 1000 Meter Seehöhe habe die Fichte de facto keine Zukunft, erzählt uns Försterin Marcella Ziesch. Die steigenden Temperaturen setzen den Fichten zu sehr zu. Als Schutzwald können sie in Zukunft nicht mehr dienen. Auf der anderen Seite können die Dauercamper am Packer-Stausee in Kärnten viel öfter bei lauen Temperaturen vor ihren Wohnwägen sitzen. Gab es bis in die 80iger Jahre hinein gerade ein paar "Tropennächte" pro Jahr, so sind es zur Zeit etwa 20 bis 30. Für seine Reportage "Viel zu heiß für diese Welt" hat Alfred Schwarzenberger eine Rundreise durch ganz Österreich angetreten. Von der Weststeiermark, über den Attersee zum Marchfeld und zum Großglockner - immer auf den Spuren der Auswirkungen eines unleugbaren Klimawandels. Überall versuchen die Menschen sich auf die neuen Bedingungen einzustellen.