Vereinsheim Schwabing

04:27 - 05:11 // Bühnensport mit Constanze Lindner
Unterhaltung, D 2019
Gute Laune ist garantiert, wenn Constanze Lindner im Vereinsheim Schwabing in München die besten Newcomer und Etablierten aus den Bereichen Stand-up-Comedy, Kabarett und Musik präsentiert. Klein aber fein: In typischer Wirtshaus-Atmosphäre lädt Constanze Lindner zum außergewöhnlichen Kleinkunstabend ein. Diesmal sind zu Gast: Rolf Miller, Clemens Maria Schreiner, Karin Rabhansl, Alf Poier sowie Ramon. Rolf Miller, der mit vielen Preisen ausgezeichnete Kabarettist, wird zu Recht als "konsequentester Minimalist" des Genres bezeichnet. Seine selbstgefällige Bühnenfigur ist allzeit unwissend, meint aber, alles zu wissen. Diese subjektive, stammtischkonforme Sicht der Dinge packt er in stammelnde Sätze, verliert den Faden und philosophiert sich auf Odenwälderisch ins Nirwana. Selbst in den Pausen liegt noch eine Pointe. Was Rolf Millers Mund verlässt, hat Tiefgang und treibt Lachtränen in die Augen. Clemens Maria Schreiner ist Kabarettist, Erzähler, Moderator, Schauspieler, ein Bühnenmensch aus der Steiermark mit Leidenschaft, Talent und Witz. In seinem aktuellen Programm "Immer ich" kommt er zu der Erkenntnis, dass man es im eigenen Leben am schwersten hat. Er holt aus zum Rundumschlag mit dem Selfie-Stick und stellt die wichtigen Fragen: Warum werde ich immer von Barkräften übersehen, aber nie von Parkwächtern? Ist es noch Selbstfindung, wenn mir jemand beim Suchen hilft? Und wieso bin ich immer einer für alle, aber nie sind alle für mich? Vielleicht hilft Clemens Maria Schreiner die Begegnung mit Stanzi Lindner bei der Klärung? Vom 100-Seelen-Ort Trautmannsdorf in Niederbayern aus startete die Liedermacherin Karin Rabhansl ihre Karriere. Im Alter von acht Jahren begann sie Gitarre zu spielen. 2011, mit 25, tourte sie im Vorprogramm von Mathias Kellner durch Deutschland. Im selben Jahr gründete Karin Rabhansl eine Band und brachte im Eigenvertrieb ihre erste CD "Mogst schmusn, mia wad's wurscht" heraus. Es folgten Konzerte und Festivalauftritte im deutschsprachigen Raum unter anderem mit LaBrassBanda, Wolfgang Ambros und dem Keller Steff. 2018 erschien das vierte Studioalbum "Tod und Teufel". Genau der richtige Titel für das Vereinsheim Schwabing! Der österreichische Komiker Alf Poier ist schon ein alter Hase im Showgeschäft und bleibt doch stets unberechenbar. Das liegt wohl an seinem enormen Drang, Neues auszuprobieren. Poier war aktiver Laufsportler. Danach hat er in einer Höhle gelebt, meditiert und sich mit Psychologie und Mystik befasst. Eine Erkenntnis, die er dabei gewann war, dass das Denken eine Geißel der Menschheit ist und diese die meisten Probleme verursacht. Obendrein trat der Tausendsassa im Jahr 2003 beim Eurovision Song Contest für Österreich an. Stets wollte Alf Poier mit seiner Bühnenkunst die scheinbare Logik des Alltags aufbrechen - vor allem mit dem Mitteln der Abwegigkeit, der Provokation und des Lärmens. Ein großer Entertainer, der sein Publikum gut zu unterhalten weiß. Ramon, der falsche Spanier, sagt über sich selbst: "Ich bin ein Mensch, der gerne Klavier spielt, dazu singt und an heißen Tagen mit nacktem Oberkörper das Haus saugt, sofern niemand anderer daheim ist. Der spanische Vorname sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich als Kind von sogenannten 'Zuagroasten', in Gmund am Tegernsee geboren wurde. Während ich viele Jahre mit dem Erlernen musikalischer Regeln und dem Interpretieren der Lieder anderer verbracht habe, werde ich die verbleibende Lebenszeit dem Verlernen dieser Regeln und der Entdeckung eigener Lieder widmen. Gerne würde ich einmal über mich lesen: 'Ein Vokalpianist im besten Sinne: 50 Prozent Gesang, 50 Prozent Klavier und 50 Prozent Schauspiel'." (SZ) Auf dieses Gastspiel darf das Publikum schon sehr gespannt sein. Bürger from the Hell - das ist ein nicht ganz ernst gemeinter Spitzname für den ausgezeichneten Musiker Norbert Bürger. Er hat seine wahre Berufung, nämlich die kleinste Showband der Welt zu sein, gefunden. So heizt er dem Publikum auf seine schräge Art ordentlich ein. Abgerundet wird der Abend mit einem Lateinkurs der besonderen Art, wenn sich der Vereinsheim-Schankkellner Björn Puscha persönlich um das Bildungsniveau des Publikums bemüht.