Sternstunde Philosophie

03:00 - 04:00
Philosophie, CH 2018
Meditationskurse boomen. Und viele Studien zeigen: Meditation macht stress-resistenter und gelassener. Aber lässt sich auf dem Meditationskissen auch Mitgefühl trainieren? Barbara Bleisch spricht in der "Sternstunde Philosophie" mit Richard Davidson, einem der wichtigsten Köpfe der Achtsamkeits-bewegung, und dem Skeptiker Theodore Zeldin. Meditation ist zu einem Megatrend geworden. Prominente wie Oprah Winfrey, Arianna Huffington, Tim Cook oder Rupert Murdoch meditieren regelmäßig, und Unternehmen wie Google, die Axpo oder Novartis bieten ihrer Belegschaft Meditationskurse an. Das dürfte auch daran liegen, dass Wissenschaftler wie Richard Davidson in Studien gezeigt haben, dass regelmäßiges Meditieren unser Immunsystem stärkt, uns konzentrierter und stressresistenter macht - ja, sogar mitfühlender sollen wir werden. Barbara Bleisch fragt den Neuropsychologen Richard Davidson: Lässt sich mit Meditation wirklich die Welt verbessern, oder verlagern wir gesellschaftliche Probleme einfach auf die individuelle Ebene, indem wir auf Selbstoptimierung setzen? In einem zweiten Teil der Sendung kritisiert der renommierte Historiker Theodore Zeldin aus Oxford die Meditation als Tranquilizer, der uns ruhigstellt, anstatt neugierig auf die Welt zu machen. Statt Meditation empfiehlt er das tiefe Gespräch; statt der Konzentration auf das eigene Leben den Fokus auf die Probleme der Menschheit. Denn letztlich gehe es nicht darum, gelassen zu bleiben, sondern neugierig und lebendig. Doch schließt das eine das andere aus?