Mythos Wal

09:25 - 10:55
Menschen, D 2017
Regie: Leighton De Barros, Peter Moers
Jahrhundertelang war Walfang ein lukrativer Wirtschaftszweig. Noch Mitte der 60er Jahre wurden 30.000 Tiere jährlich getötet. Heute riskieren Walretter für jedes einzelne Tier ihr Leben. Wann hat sich die Beziehung vom Menschen zum Wal verändert? Ein Pionier der Walrettung ist der Australier Doug Coughran: Als er zum ersten Mal einen Wal aus einem Fischereinetz befreite, waren die Meeressäuger fast ausgestorben. Dougs Erfahrung als Walretter ist mittlerweile weltweit gefragt, der Schutz der Wale zu einem internationalen Anliegen geworden. 1970 veröffentlichte ein US-Biologe eine Schallplatte mit den Gesängen von Buckelwalen. Sie war die Initialzündung für eine umfassende Naturschutzbewegung. Roger Payne wollte etwas zur Rettung der Wale beitragen und ließ die melodischen Tonfolgen der Buckelwalmännchen auf Vinyl pressen. Paynes Botschaft: Liebt die Wale! Schützt sie vor der Ausrottung! Das Buch "Moby Dick" des Amerikaners Herman Melville ist für viele Menschen das Erste, was ihnen zu Walen einfällt. Der Hollywood-Film über den zornigen Kapitän Ahab und seine selbstmörderische Jagd nach dem weißen Pottwal hat "Moby Dick" weltweit berühmt gemacht. Doch für den New Yorker Melville-Biografen John L. Bryant steckt mehr hinter der facettenreichen Sammlung von Mythen und Wal-Anekdoten: die Angst der Menschen vor dem von Gott gesandten Seeungeheuer. Getragen von eindrucksvollen Superzeitlupe-Aufnahmen, geht der Film der Faszination rund um die Riesen der Ozeane nach. Empfindet der Mensch eine tiefe Verbundenheit oder ein Schuldgefühl gegenüber den Walen?