Strom des Lebens

20:15 - 21:05
Natur + Umwelt, D/A 2018
2018 wird laut Prognosen das Jahr mit dem bisher höchsten Energieverbrauch aller Zeiten werden - und der Stromverbrauch wird Schätzungen zufolge weiter drastisch steigen. Gleichzeitig allerdings gehen die Reserven an fossilen Energieträgern - Öl, Gas, Kohle - langsam zur Neige. Wie weit sind überhaupt Technologien vorhanden, die unseren wachsenden Hunger nach Strom abdecken und eine neue Strom-Ära bringen? Nahe der marokkanischen Wüstenstadt Ouarzazate entsteht derzeit das größte und leistungsfähigste Solarkraftwerk der Welt. Das Solarkraftwerk Noor, auf Arabisch "Licht", soll bis 2020 fertiggestellt sein und umfasst dann vier Blöcke. In seiner Endausbaustufe soll Noor insgesamt 1,3 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Die Sonne ist der leistungsfähigste Energielieferant unserer Galaxie und könnte theoretisch die gesamte Menschheit mit Strom versorgen. Doch sind die Technologien vorhanden, die uns in diese neue Strom-Ära bringen sollen? Ist Windkraft die vielversprechendere Alternative? Weltweit werden auf Hochtouren Windparks errichtet, um die Energieversorgung durch Wind auszubauen. Doch wie steht es um die Kosten-Nutzen-Rechnung der Windenergie? Lohnt sich die teure Investition in Windräder überhaupt, und kann diese Technologie unseren Hunger nach Strom abdecken? Wie schnell man den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieträger vorantreiben kann, zeigt das Beispiel China. Chinas enormes Wirtschaftswachstum in den letzten Jahrzehnten hat das Reich der Mitte zum weltweit größten Energiefresser gemacht. Doch China ist gleichzeitig auch der größte Energieproduzent der Welt. Derzeit ist eine regelrechte Energie-Revolution im Gange. Fast 20 Prozent des immer weiter steigenden Energiebedarfs werden mittlerweile mit erneuerbaren Techniken gedeckt, und bereits heute kommt ein Großteil der weltweit eingesetzten Solarzellen aus China. Was kann Europa von China lernen? Ein Schlüssel zur Vermeidung einer Stromkrise könnte Dezentralisierung sein: durch Kundenanlagen, sogenannte Microgrids. Ein beschauliches Städtchen im schwäbischen Allgäu zeigt, wie es möglich ist, acht Mal so viel Strom zu produzieren, wie man selbst benötigt.