Die Seerosen

16:30 - 17:25 // Claude Monets Vermächtnis
Künstlerporträt, F 2017
Regie: François Prodromidès
"Lieber Freund, ich liebe Sie, weil Sie mich gelehrt haben, das Licht zu verstehen. Ich bedauere nur, dass ich mich nicht revanchieren kann." Dieser Brief war einer der vielen von Clemenceau an Monet und beschreibt die Freundschaft der beiden unterschiedlichen Männer. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 machte Claude Monet seinem Freund Georges Clemenceau, dem damaligen französischen Ministerpräsidenten, einen ungewöhnlichen Vorschlag: Er wolle Frankreich zwei Bilder aus der Seerosen-Serie schenken, an der er gerade arbeitete. Clemenceau fuhr sofort nach Giverny, um das Geschenk des Malers in Augenschein zu nehmen. Doch erst nach Monets Tod im Dezember 1926 fanden die berühmten Seerosen Eingang in die Sammlung des Musée de l'Orangerie. Deshalb werden die Seerosen oft als das Testament des Impressionismus bezeichnet. Doch erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs findet das Publikum den Weg in die Orangerie. Der gemeinsame Freund von Monet und Clemenceau, der Kunstkritiker Gustave Geffroy, hatte es vorhergesagt: "Das wird ein Museum für den Menschen der Zukunft." Die Dokumentation erzählt von der langen und tiefen Freundschaft zwischen dem Künstler und dem Staatsmann, die sich bereits 1864 als junge Männer aus der Provinz in Paris kennenlernen. Dabei beleuchtet sie die politischen Ziele des einen und das künstlerische Streben des anderen. Was verband den berühmten Maler, der sich von öffentlichen Angelegenheiten und Institutionen konsequent fernhielt und den redegewandten Politiker, der von einem unerschütterlichen Glauben an den Staat beseelt war und das Gesicht der Französischen Republik mitgestaltet hatte? Was verbarg sich hinter dem Geschenk, das eine dem Giverny-Garten nachempfundene Wasserlandschaft zeigte?