Frankreich - Wild und schön

02:25 - 03:10 // Die Brenne - Land der tausend Teiche
Land + Leute, F 2011
Regie: Frédéric Febvre, Augustin Viatte
Auf der Nordseite des französischen Zentralmassivs entfaltet sich das Berry. Eine seiner sehr besonderen Landschaften ist die Brenne, das Land der tausend Teiche. Zwischen Land und Wasser sind hier zahlreiche Vogel- und Säugetierarten heimisch, darunter die 200 Millionen Jahre alte Europäische Sumpfschildkröte, die unter Naturschutz steht. Sie schlüpft im April in der Erde, lebt aber im Wasser und muss deshalb unmittelbar nach der Geburt unter Lebensgefahr zum Teich wandern. Am Teichufer thront mitten im Weidengestrüpp der elegante, gerade aus Afrika eingetroffene Purpurreiher. Unmittelbar neben den weidenden Kühen wimmelt es im Teichwasser von Tieren. An der mit Seerosen bedeckten Oberfläche wimmelt es von Fröschen, Libellen und Schmetterlingen. Die Seerose ist die größte Wildblume Frankreichs. Ihre Wurzeln reichen bis tief in den Sumpf, während die Blüten an der Luft wachsen. Die Pflanzen wuchern teilweise so stark, dass in manchen für die Fischzucht genutzten Teichen Unkrautvertilgungsmittel eingesetzt werden muss. Doch gerade in den Amphibienpflanzen bauen die prächtigen Weißbart-Seeschwalben ihre Nester. In ihrem Schutz nisten wiederum die rotäugigen Schwarzhalstaucher. Füchse und die äußerst anpassungsfähigen Wildschweine durchstreifen Wälder, Wiesen und sumpfige Ufer, während das auf den Teichwiesen äsende Damwild unwissentlich der Sumpfschildkröte nutzt, denn sie legt in der freigeschürften Erde ihre Eier ab. Im September ist das Röhren der brunftigen Hirsche im Nebel zu hören. Im Winter versammeln sich Enten, Blesshühner und Schwäne, im Februar ziehen die Graukraniche von hier aus zur Fortpflanzung nach Deutschland, Schweden und Finnland. Der fragile Artenreichtum, der die Brenne zu einem beliebten Jagdgebiet macht, ist auf den nährstoffarmen Boden zurückzuführen, dank dem die Region von intensiver Landwirtschaft und Pestiziden verschont blieb.