Rhino Dollars

09:25 - 10:55 // Nashörner im Visier
Tiere, F 2017
Regie: Olivia Mokiejewski, Phillip Hattingh
Am 7. April 2017 wurde ein Nashorn im Zoo von Thoiry bei Paris erschossen und eines seiner Hörner abgesägt. Es war das erste Mal, dass ein in Europa lebendes Rhinozeros zum Opfer von Wilderern wurde. In Afrika ist die grausame Tat ein Alltagsgeschäft: Dort wird alle acht Stunden ein Rhino seines Horns wegen umgebracht. Der Hornhandel ist eigentlich schon seit vierzig Jahren verboten, auf dem Schwarzmarkt erzielt der kostbare Rohstoff jedoch nach wie vor bis zu 100.000 Euro pro Kilogramm. In Asien sagt man ihm eine aphrodisierende oder krebshemmende Wirkung nach; der Besitz und der Konsum von Nashornhorn sind Statussymbole.Der illegale Business mit dem Horn befindet sich in den Händen von Mafias, die auch in weltweite Waffen- und Drogengeschäfte verwickelt sind und die Staatsgewalt schwächen, ohne dass die internationale Gemeinschaft zu reagieren scheint."Rhino Dollars" dokumentiert eines der unbekanntesten und dennoch rentabelsten Schmuggelgeschäfte der Welt. Der Hornmarkt ist geschätzte 20 Milliarden Dollar schwer; das Verbrechen ist mit Mafiabossen, Mittelsmännern und Handlangern auf der ganzen Welt perfekt organisiert. Korruption, Gewalt, Machtspiele - nicht nur unschuldige Tiere, auch viele Menschen fallen den verheerenden Machenschaften zum Opfer. Während der zweijährigen Dreharbeiten erzielten die Filmemacher neue Einblicke in diese mafiösen Strukturen. Sie sprachen mit Wilderern, Bandenführern und den Gesetzeshütern, die auf ihren Fersen sind. In ihrer Dokumentation werfen sie neues Licht auf ein organisiertes Verbrechen, das eines der ältesten Säugetiere der Erde gänzlich ausrotten könnte.