Polizeiruf 110

23:15 - 00:35 // Der Kreuzworträtselfall
Krimireihe, DDR 1986
Regie: Thomas Jacob
Mit: Andreas Schmidt-Schaller, Günter Naumann, Werner Godemann, Karin Düwel, Harry Merkel, Wilfried Pucher, Peter Borgelt, Thorsten Ranft, Annette Gleichmann
Eigentlich wollte der kleine Marko mit seinem Freund ins Kino gehen. Als er am Abend nicht nach Hause kommt und niemand ihn gesehen hat, alarmieren die Eltern die Polizei. Krankenhäuser werden befragt, eine Fahndung in die Wege geleitet, doch der Junge bleibt verschwunden. Man rechnet mit dem Schlimmsten. Nach Tagen wird seine Leiche in einem Koffer gefunden. Die Untersuchungen ergeben, dass es sich um ein Sexualverbrechen handelt. Dem Fall liegt ein tatsächliches Verbrechen zugrunde: Am 15. Januar 1981 verschwindet ein siebenjähriger Junge aus Halle-Neustadt bei einem Kinobesuch. Zwei Wochen später findet ein Streckenläufer der Deutschen Reichsbahn an einem Bahndamm zwischen Halle und Leipzig einen Koffer mit der Leiche des Jungen. Der Koffer ist ausgestopft mit zerknülltem Zeitungspapier. Auf einigen der Zeitungsseiten befinden sich ausgefüllte Kreuzworträtsel. Wenige Buchstaben-Kombinationen, alles andere als eine heiße Spur. Da es aber keine weiteren gibt, und die "Zentrale" vehement auf Erfolgsmeldungen drückt, bleibt den Ermittlern nichts anderes übrig, als dieser dürren Spur zu folgen. Sie versuchen herauszufinden, wer das Kreuzworträtsel ausgefüllt hat, in der Hoffnung, damit in die Nähe des Mörders zu kommen. Es beginnt eine Aktion, die bis heute beispiellos geblieben ist. Hunderte Polizisten und freiwillige Polizeihelfer gehen in Halle-Neustadt auf Klingeltour, um individuelle Schriftproben einzuholen. Ganze Schwärme von jungen Pionieren werden aufgeboten, um Abfallberge nach Altpapier zu durchforsten. 60 Tonnen Zeitungspapier sind das Ergebnis. Parallel werden die Kaderabteilungen sämtlicher Betriebe in Halle abgeklopft: 100 000 Schriftvergleiche. 30 000 Wohnungsanträge werden durchgearbeitet, ebenso 250 000 Anträge auf einen Ausweis und 90 000 ausgefüllte Telegrammformulare. Nicht zuletzt 40 000 Auto-Bestellscheine. Insgesamt wird die enorme Menge von 551 198 Schriftproben ausgewertet. Nach zehn Monaten, kaum jemand glaubt noch an den Erfolg, sind die Ermittler endlich am Ziel.