14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs

22:25 - 23:10 // Die Heimat
Zeitgeschichte, F/D 2014
Für die Soldaten an der Front ist die Heimat ein Sehnsuchtsort. Doch weil dort jetzt auch Waffen für die Front produziert werden, wird die Heimat selbst zum Ziel. Zerstörung und Tod, Verzweiflung, Hunger und Einsamkeit gibt es jetzt nicht mehr nur an der Front, sondern auch in der Heimat. Der Krieg hat das romantische Bild der intakten Heimat zerstört. Heimat und Front sind eins geworden - der Krieg ist überall. Karl Kasser ist nach der Genesung von seiner Verwundung wieder an die Ostfront versetzt worden. Dort gerät er in russische Kriegsgefangenschaft. Sein größter Wunsch ist es, die Heimat wieder zu sehen. Er besteigt einen Zug, der ihn nach Hause bringen wird - denkt er. In Wirklichkeit transportiert ihn der Zug in ein Gefangenenlager nach Sibirien. Erst nach Kriegsende wird er seine Heimat wiedersehen. Gabrielle M. West stammt aus dem südenglischen Gloucestershire. Wie für viele Frauen aus "besseren Verhältnissen" ist es für sie selbstverständlich, ihrem Vaterland im Krieg durch freiwillige Arbeit zu dienen. Sie wird als Aufseherin in einer Munitionsfabrik eingesetzt. Dort lernt sie die schrecklichen Arbeitsbedingungen kennen, unter denen die Fabrikarbeiterinnen leiden. Als deutsche Zeppeline die Fabrik mit Bomben angreifen, gerät sie in große Gefahr. Marie Pireaud träumt von einem friedlichen Leben mit ihrem Mann Paul und einem Kind. Doch Paul kämpft als Soldat an der Westfront. Seit Monaten haben sich die beiden nicht gesehen. Ihr einziger Kontakt sind Briefe, die sie sich regelmäßig schreiben. Als die Sehnsucht immer größer wird, beschließt Marie, trotz aller Gefahren ihren Mann hinter der Front zu besuchen. Die heranwachsende Elfriede Kuhr lernt in ihrem Heimatort Schneidemühl einen jungen Flieger-Leutnant kennen. Die Liebelei ist eine willkommene Ablenkung von ihrer Angst vor dem Krieg. Doch Elfriede ist noch jung und unerfahren, sie zögert. Als sie sich schließlich doch entschließt, sich küssen zu lassen, erfährt sie, dass ihr Leutnant bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. Die Doku-Drama-Serie "14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs" zeichnet ein neues Bild dieser "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts. Sie erzählt die Geschichte des Ersten Weltkriegs aus der Perspektive ausgesuchter Zeitgenossen, die ihre Erlebnisse in Tagebüchern, Aufzeichnungen und Feldpostbriefen festgehalten haben. Diese Menschen sind keine Kriegsherren und Staatenlenker, sondern einfache Soldaten, Frauen, Jugendliche und Kinder. Ihre Erlebnisse sind in aufwendigen Dramaszenen nachgestellt. Inszeniert wurde ausschließlich, was die Erzähler in ihren Tagebüchern und Briefen festgehalten haben. Diese persönlichen Schicksale sind in dokumentarische Filmsequenzen eingebettet, die vor allem aus zeitgenössischem Film- und Fotomaterial bestehen.