Von Schwarzbrennern und Hoflieferanten

13:25 - 14:25 // Schnapsgeschichten
Essen + Trinken, A 2018
Schnapsbrennen hat bei uns Tradition, Österreichs Edelbrände zählen zu den besten der Welt. Einige Betriebe haben ihr Brenn-Monopol noch aus Zeiten von Kaiserin Maria Theresia. Tresi Prosser aus Wildschönau etwa hat noch das kaiserliche Monopol zum Brennen des "Krautingers": Einem Rübenschnaps, dessen Geruch laut Einheimischen zwar an eine "Soachgruabn" erinnert, dem aber heilende Kräfte nachgesagt werden. Die Elsbeere dagegen gilt als Königin der Obstbrände: Ihr Baum trägt erst nach 30 Jahren Früchte, und die sind schwer zu ernten. Familie Mayer aus Michelbach in Niederösterreich muss 15 Meter hoch in ihre Bäume klettern, um die Früchte von Hand zu pflücken, für einen Liter Schnaps rund 35 Kilo. Dafür zahlen Kenner bis zu 800 Euro. Auf Schnaps aus Brotesten hat sich Edelbrenner Josef Farthofer aus dem Mostviertel spezialisiert. Sein "Bread Spirit" soll die perfekte Ergänzung zu einer deftigen Jause mit Speck und Käse sein. Schnapsbrennen steht auch für Tradition und Geselligkeit: Landwirt Hans Pliem und seine drei Freunde aus dem steirischen Bad Mitterndorf widmen sich dabei dem Viergesang. In der Südsteiermark nutzt Ex-Winzer Franz Tinnauer sein Wissen für preisgekrönte Edelbrände. Trauben aus Spitzenlagen verwertet er ebenso wie Äpfel, Quitten oder Williamsbirnen. Wie und wo man auch brennt - der Alkohol muss versteuert werden. Ein steirisches Zöllnerpaar kontrolliert kommerzielle und private Brennereien und berichtet von Erfahrungen mit Schwarzbrennern und Hoflieferanten. Hans-Peter Schmidt aus Wörgl in Tirol hat sich auf die Herstellung von Destillen spezialisiert. Seine Kupferschmiede beliefert professionelle Schnapsbrennereien und Hobby-Brenner. Dass Schnaps auch in der Küche etwas wirkt, beweist Starkoch Thomas Dorfer aus der Wachau.