Gesund durch Fasten

20:15 - 21:00
Dokumentation, D 2018
Fasten wirkt sich positiv auf die Gesundheit und die Lebenserwartung aus. Forscher weltweit sind überzeugt, dass vorübergehender Verzicht auf Nahrung vielen Krankheiten vorbeugen kann. In der Naturheilkunde schwört man schon lange auf die Selbstheilungskräfte, die durch das Fasten in jeder einzelnen Zelle mobilisiert werden. Der Stoffwechsel des Körpers stellt sich um: Blutdruck und Insulinspiegel sinken, Entzündungswerte verbessern sich. Egal, ob Intervallfasten oder tagelange Fastenkuren - es geht nicht in erster Linie um Gewichtsabnahme. Zahlreiche Krankheitssymptome werden gemildert, und trotz ausbleibender Nahrungszufuhr fühlt sich der Fastende fitter und frischer. Forscher untersuchen weltweit, wie das Fasten auf die einzelnen Organe wirkt und dabei Herz, Leber, Darm, Gehirn, Fettgewebe positiv beeinflusst. So schaffen es zum Beispiel Diabetes-Typ-2-Patienten, durch das Fasten den Teufelskreis der Insulinresistenz zu durchbrechen. Erste Studien an der Charité Berlin zeigen, dass Krebspatienten eine Chemotherapie besser vertragen, wenn sie drei Tage vorher fasten. Außerdem hat Fasten einen positiven Einfluss auf chronische Erkrankungen wie Rheuma oder Multiple Sklerose. Prof. Andreas Prokesch von der Universität Graz entdeckte, dass durch Fasten ein Protein in der Leber aktiviert wird, das selbst die Krebsentstehung unterdrücken kann. Sogar als Anti-Aging ist Fasten ein probates Mittel, denn es fördert die Autophagie, die Beseitigung von Zellabfall. Wissenschaftler forschen mit Hochdruck daran, welche Prozesse in den Zellen ablaufen und ob man Fasten auch medikamentös oder mit besonderen Nahrungsmitteln imitieren kann. Viele Fragen sind wissenschaftlich noch offen, etwa die, was die optimale Form und Länge des Fastens angeht und ob jeder Mensch ein individuell auf ihn abgestimmtes Fasten-Protokoll benötigt. Dennoch bestätigen die Studien die jahrhundertealten positiven Erfahrungen der Fastenärzte und Forscher. Redaktionshinweis: In 3sat steht der Donnerstagabend im Zeichen der Wissenschaft: Um jeweils 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante Fragen aus Natur- und Geisteswissenschaften, Kultur und Technik. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel über ein verwandtes Thema.