Reisen in ferne Welten

11:55 - 12:40
Tourismus, D 2017
Shetland ist ein ganz besonderes Stück Schottland. Die rund hundert Inselchen liegen auf dem 60. Breitengrad; weit draußen im Nordatlantik - wie Sibirien oder die Südspitze von Grönland. Was sind das für Menschen, die in dieser rauen Umgebung leben und ihr Shetland auf Dauer nicht missen möchten? Was kann am Leben auf diesen abgelegenen Inseln so faszinieren? Der Film besucht vier der bewohnten Inseln und geht diesen Fragen nach. Von der Hauptstadt Lerwick ins schottische Aberdeen ist es genauso weit wie ins norwegische Bergen oder auf die Färöer Inseln - etwa 350 Kilometer. Für die Wikinger lagen die Shetland-Inseln genau auf ihrer Route Richtung Süden. Die Nordmänner siedelten sechseinhalb Jahrhunderte lang auf den Inseln. Nicht nur archäologische Funde bezeugen das; die Sprache der Shetländer ist ein schottisches Englisch mit 10 000 skandinavischen Lehnwörtern. Und jedes Jahr im Februar wird das "Up-Helly-A", ein traditionelles Wikingerfest, gefeiert. Ihre ungeschützte Lage im Nordatlantik beschert den Shetland-Inseln auch ein sehr unbeständiges, oft extremes Wetter. Sonnenschein und milde Temperaturen können binnen Stunden von gewaltigen Stürmen oder dichtem Nebel abgelöst werden; Fähr- und Flugverkehr kommen zum Erliegen, die Menschen sind über Tage hinweg isoliert. Dass es außerdem an 250 Tagen im Jahr regnet, regt niemanden weiter auf. Dem Wetter zum Trotz sind die Inseln seit mindestens sieben Jahrtausenden ununterbrochen besiedelt. Shetland liegt weit ab von den Zentren der modernen Welt. "Exzentrisch" wirken auch manche Menschen dort. Aber ganz sicher nicht verrückt. Energisch, selbstbewusst und fantasievoll sind Adjektive, die die Mehrheit der 23 000 Shetländer treffend beschreiben. Und wie sehen diese Menschen ihre Inseln? In den Worten eines Kapitäns: "Absolut magisch! Windig, nass, kalt ..."