Jodorowsky's Dune

21:45 - 23:15
Gesellschaft + Soziales, USA/F 2013
Regie: Frank Pavich
Frank Herberts Science-Fiction-Reihe "Dune" ("Der Wüstenplanet") aus dem Jahr 1965 gilt als einer der größten Klassiker des Genres, auf einer Stufe mit den Werken von Asimov. "Der Wüstenplanet" ist in Herberts Romanuniversum der einzige, der die Galaxie mit einer geheimnisvollen Droge namens "Melange" oder "Spice" (deutsch "Mischung" bzw. "Gewürz") versorgen kann; der gesamte Kosmos sucht danach. Der Roman beschreibt die Kräfte und Fähigkeiten, die sie einem jungen Mann verleiht. 1975 beschloss Alejandro Jodorowsky, der sich bereits mit ersten metaphysischen Spielfilmen einen Namen gemacht hatte (insbesondere "El Topo" und "Montana Sacra - Der heilige Berg" ) ein ambitioniertes Vorhaben: die Verfilmung von Frank Herberts Romanzyklus "Dune" Als Darsteller schwebten ihm Orson Welles, David Carradine, Mick Jagger und Salvador Dali vor, die Ausstattung sollte von Moebius (alias Jean Giraud) und H.R. Giger stammen, untermalt von einer Filmmusik von Pink Floyd und Magma. Sein junger Sohn, Brontis Jodorowsky, sollte ebenfalls eine tragende Rolle darin bekommen. Leider wurde aus dem Projekt nichts, weil sich die Geldgeber zurückzogen. Das bedeutete das Aus für ein zweijähriges, enormes Engagement inklusive Drehbuch, Kostümherstellung und über 3000 fertigen Storyboards. Für Regisseur Frank Pavich war der nicht zustande gekommenen Film kein Misserfolg: Er beschloss in Zusammenarbeit mit Jodorowsky zu zeigen, welchen Einfluss das Projekt auf eine ganze Epoche hatte. In einer Interviewreihe zeichnet er die Entstehungsgeschichte von "Dune" und damit die potenzielle Verwirklichung eines Traums nach. Zu Wort kommen Zeitzeugen von Chris Foss über Gary Kurtz bis hin zu Jodorowsky und seinem Sohn. Nur der 2012 verstorbene Moebius, mit dem der chilenische Filmemacher insbesondere an dem Comicbuch "L'Incal" zusammengearbeitet hatte, fehlt. Dafür ist Nicolas Winding Refn ("Drive") als eiserner Fan des chilenischen Regisseurs umso präsenter, da er an der virtuellen Rekonstruktion des unsichtbaren Meisterwerks beteiligt wurde. Schließlich schrieb Frank Herbert in "Die Augen Heisenbergs", dass Veränderung ein Naturgesetz sei. Das Projekt konnte und musste sich also mit der Zeit weiterentwickeln, um am Ende die Form dieses Dokumentarfilms anzunehmen, der eines der größten Filmabenteuer unserer Zeit nachzeichnet.