Claude Chabrol, Filmemacher des stillen Skandals

22:00 - 23:00
Dokumentation, F 2018
Regie: Pascal Lahmani, Cécile Maistre-Chabrol
Claude Chabrol hinterließ der Nachwelt ein umfangreiches und vielfältiges filmisches Werk. Den Menschen, die ihn kannten, bleibt er als Genießer, unprätentiöser Handwerker und scharfsinniger Freigeist in Erinnerung. Obwohl es in allen Filmen Chabrols um die Entlarvung des schönen Scheins geht und der Regisseur ein passionierter Krimi-Leser war, umgab er sich nie mit Geheimnissen oder Skandalen. Und weil er sich auch nicht als Genie verkaufte, erlangte er als Filmemacher große Popularität. Doch ein Rätsel bleibt: Wie gelang es ihm, in 50 Jahren sage und schreibe 58 Filme zu drehen, und warum so viele? Er filmte um jeden Preis, koste es, was es wolle, immer im Kreise seiner Vertrauten. Er drehte, weil er dieses Glücksgefühl brauchte, weil er dem Tod trotzen wollte. Er filmte mit dem Blick eines Insektenforschers, wollte verstehen, nicht urteilen. Sein Ziel war es, die menschliche Komödie mit Humor, Scharfblick und künstlerischer Freiheit einzufangen. Das Porträt lässt Claude Chabrol in Archivaufnahmen von der Nouvelle Vague bis in die 2000er Jahre über sich erzählen. Offen und ehrlich, ohne Wichtigtuerei. Daneben bringen jene, die an seinen Filmen beteiligt waren, ihre große Sympathie für den Regisseur zum Ausdruck: Mitarbeiter, Drehbuchautoren, Techniker und natürlich seine Lieblingsschauspieler. Zahlreiche Ausschnitte aus Chabrols bekannten und weniger bekannten Werken veranschaulichen die Erzählung. Den roten Faden des Porträts bilden die Schilderungen von Chabrols Adoptivtochter Cécile, die viele Jahre mit ihm zusammenarbeitete.