Rivalen der Renaissance

06:05 - 07:00 // Bellini und Mantegna
Kunst + Kultur, D 2018
Regie: Margarete Kreuzer
In der Frührenaissance war er schon zu Lebzeiten ein gefeierter Maler: Andrea Mantegna begründete den Antikenkult in der florentinischen Kunst. Sein Schwager Giovanni Bellini gilt als Erfinder der venezianischen Kunst und revolutionierte die Landschaftsmalerei. Beide gehörten zu den bedeutendsten Malern ihrer Zeit, in der die Künste und Künstler miteinander im Wettstreit lagen. Die neueste Bildkomposition bestimmte über Andrea Mantegnas und Giovanni Bellinis Aufträge und Prestige. Andrea Mantegna unternahm einen geschickten Schachzug, um eine Konkurrenz zu vermeiden, als er in eine der berühmtesten Künstlerfamilien Venedigs einheiratete. In der Lagunenstadt lebte er mit seiner Frau Nicolosia Bellini, der Schwester Giovanni Bellinis, nur ein paar Jahre lang, bis er an den Hof von Ludovico III. Gonzaga in Mantua berufen wurde. Als Hofmaler erhielt er ein Monatssalär, während Bellini sich als freier Maler am Markt behaupten musste. Mantegna entdeckte für sich das Medium des Kupferstichs und nutzte es so, wie heute Instagram benutzt wird, um seine neuen Bildkompositionen zu verbreiten. Anfangs schien Bellini von seinem jüngeren Schwager zu lernen, zitierte dessen neue Bildkompositionen jedoch über Jahrzehnte mehrfach - wie zum Beispiel das Gemälde "Darbringung Jesu im Tempel". Auf welche Art und Weise Bellini dieses und auch andere Gemälde kopiert hat, gibt den Kunsthistorikern noch heute Rätsel auf. Die Dokumentation erzählt die geheimnisumwobene Lebensgeschichte zweier konkurrierender Malerfürsten, die bis in den Tod miteinander verbunden blieben.