Cléo - Mittwoch zwischen 5 und 7

21:55 - 23:25
Drama, F/I 1962
Regie: Agnès Varda
Mit: Corinne Marchand, Antoine Bourseiller, Michel Legrand, Dorothée Blanck, José Luis de Vilallonga, Dominique Davray, Loye Payen, Serge Korber, Renée Duchateau
Ein Tag wie jeder andere? Nicht ganz: Cléo, eine junge, hübsche, eher leichtherzige Sängerin, befürchtet, dass sie Krebs hat. Es ist Mittwoch. Es ist 17 Uhr. Noch zwei Stunden, dann kann Cléo die endgültigen Resultate der ärztlichen Untersuchungen abholen. Um sich von der beklemmenden Angst abzulenken, streift die schöne Frau durch Paris und begegnet einer Reihe von Menschen: Sie trifft Wahrsagerin Irma, ihre Freundin Angèle, den Pianisten Bob und auch Nacktmodell Dorothée. Ein ganz normaler Nachmittag, der zu einer Reise zu sich selbst wird Erzählzeit gleich erzählte Zeit: Quasi in Echtzeit werden hier zwei Stunden aus dem Leben einer Frau geschildert, in denen vor dem Hintergrund einer befürchteten ärztlichen Diagnose alle Wege, Worte und selbst die kleinsten Begegnungen eine veränderte Bedeutung gewinnen. Varda, von Kritikern zuweilen als "Großmutter der Nouvelle Vague" bezeichnet, gilt als führende weibliche Filmemacherin dieser Strömung, die Ende der 1950er Jahre in Frankreich entsteht und junge Cineasten vereint, welche sich gegen die eingefahrene Bildsprache und den vorhersagbaren Erzählfluss des etablierten kommerziellen Kinos wenden. Von der Regie wird gefordert, sich an allen Schritten der Filmproduktion zu beteiligen, um einen persönlichen Stil entwickeln und sich dabei unter anderem von literarischen Vorlagen lösen zu können.