Sternstunde Kunst

12:00 - 13:00
Kunst + Kultur, CH 2016
Ein Dorfjunge aus dem Berner Oberland wird zum Geburtshelfer der weltberühmten Bauhaus-Schule - und gerät dennoch in Vergessenheit: Johannes Itten. Itten, einer der bedeutendsten Kunsttheoretiker und -pädagogen des 20. Jahrhunderts und Begründer einer wegweisenden Farbenlehre, ist heute ein bekannter Unbekannter. Die Dokumentation unternimmt eine Entdeckungsreise in das Leben und Werk von Johannes Itten. Nicht zuletzt erzählt der Film ein heute kaum bekanntes Kapitel der Geschichte des Bauhauses: dessen Anfänge, die ganz anders waren als das Bauhaus, wie wir es heute kennen. Der von Johannes Itten erfundene "Vorkurs", der als Kreativitätslabor zur Förderung eines schöpferischen Menschen gilt, ist heute ein obligatorischer Teil der Ausbildung der wichtigen Kunstschulen weltweit. Seine Farbenlehre ist ein Klassiker, auf den sogar Stilisten und Kosmetikberater zurückgreifen. Neuanfänge und Brüche prägten Ittens Leben: Auf der Suche nach seinem eigenen Weg, nach neuen Lebenskonzepten, nach Antworten auf die Fragen seiner Zeit, lebte er in Berlin, Wien, Stuttgart, Bern, Genf, Weimar und Zürich. Itten war Mitbegründer der abstrakten Malerei, später Anhänger einer heute umstrittenen Lebensreform-Bewegung und Kritiker der Industrialisierung. Später führte er eine eigene revolutionäre Kunstschule in Berlin, die von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. Danach leitete Itten in Zürich viele Jahre die Kunstgewerbeschule und war unter anderem Gründungsdirektor des Museums Rietberg. 1966 vertrat er die Schweiz an der Biennale in Venedig.