Wahlkampf der Wutbürger

20:15 - 21:05
Gesellschaft + Soziales, F 2019
Überall in Europa verstärken populistische Parteien den Druck. Sie möchten die Landesgrenzen wieder dichtmachen und ihre Souveränität zurückhaben. Um dieses Vorhaben umsetzen zu können, wollen sie möglichst zahlreich nach der Europawahl am 26. Mai ins Europäische Parlament einziehen. Nur das deutsch-französische Paar scheint noch immer dem gemeinschaftlichen Traum verschrieben - obwohl auch dort die Wähler zunehmend den populistischen Meinungsmachern folgen. In Deutschland sitzt zum ersten Mal seit 1945 wieder eine Rechtsaußen-Partei im Bundestag: Mit 92 Abgeordneten wuchs die AfD inzwischen zur Oppositionsführerin gegenüber der Koalitionsregierung. Der französische Präsident Emmanuel Macron ist derzeit von seinem Kräftemessen mit den Gelbwesten geschwächt und hat in Umfragen die Le Pen-Partei Rassemblement National kurz hinter sich.Die kommende Europawahl ist so entscheidend wie nie für die Zukunft der EU. Die Filmemacher verfolgen die Wahlkampagne auf beiden Seiten des Rheins - nicht in den Hauptstädten, sondern in Orten, an denen die antieuropäischen Akteure besonders stark sind: In Chemnitz, Sachsen, Wiege der AfD und Bastion von Neonazis und Rechtsextremen aus ganz Deutschland, und im südfranzösischen Carpentras, einer historischen Hochburg des Front National und Sammelplatz für Gelbwesten. Außerdem kommen Intellektuelle und Sozialwissenschaftler zu Wort: Frank Richter und Frank Asbrock aus Deutschland, Michel Moatti und Michel Wieviorka aus Frankreich. Ihre Analyse verdeutlicht, was bei dieser Europawahl tatsächlich auf dem Spiel steht.