Persona

20:15 - 21:40 // Drama von Ingmar Bergman
Schauspiel, D 2019
Regie: Catharina Kleber
Mit: Karin Lithman, Corinna Harfouch, Franziska Machens, Andreas Grötzinger
Zwei Frauen, eine schweigt, die andere spricht unentwegt. Elisabeth Vogler ist Schauspielerin, Ehefrau, Mutter. Eines Abends, auf der Bühne, entschließt sie sich, nicht mehr zu sprechen. In einer Klinik wird ihr die redselige Alma als Krankenschwester zur Seite gestellt. Als man Elisabeth aber nicht mehr helfen kann, zieht sie sich in ein einsames Sommerhaus zurück, und Alma bleibt treu an ihrer Seite. Eine seltsame Freundschaft entwickelt sich. Die einseitigen Gespräche, geprägt von Liebe, aber auch Konkurrenz, Neid, Vorwürfen und Beleidigungen, werden immer mehr zum Kampf. Wo die Worte fehlen, übernimmt der Körper. Die Wut über die Sprachlosigkeit wächst und wächst. Die Rollen, die jede im Leben wie auf der Bühne spielt, werden zum zentralen Thema: die Geliebte, der Star, die Mutter, die Ehefrau, die Betrügerin, die treue Seele, die Freundin. Wer ist Elisabeth, und wer ist Alma? Zwei Seiten einer Frau? Regisseurin Anna Bergmann setzt das Drehbuch Ingmar Bergmans ebenso kühl und konzentriert wie leidenschaftlich um. In einem verspiegelten Halbrund, der Bühnenboden mit Wasser bedeckt, finden Kampf und Annäherung der beiden Frauen statt. Die Inszenierung des Deutschen Theaters entstand in Koproduktion mit dem Stadttheater Malmö. Corinna Harfouch und ihre schwedische Kollegin Karin Lithman spielen, je nach Land, die eine oder die andere Rolle, Alma oder Elisabeth. Eine Inszenierung, die zugleich ein Gefecht ist, über Frauenrollen, auf der Bühne wie in der Gesellschaft, ausgetragen von zwei herausragenden Schauspielerinnen.