kreuz und quer

23:20 - 23:55
Kirche + Religion, A 2013
Pilgern liegt im Trend - langes Gehen entspannt Körper und Geist. Immer mehr Menschen machen sich auf den Weg, um aus dem Alltag auszusteigen, gewohnte Lebensweisen zu überdenken, für etwas zu bitten oder zu danken, ihre Sehnsucht nach Ruhe und Frieden zu stillen. Für die Bewohner und Bewohnerinnen der obersteirischen Stadt Judenburg hat das Pilgern schon eine lange Tradition. Im 16. Jahrhundert haben die Bürger und Bürgerinnen der Stadt ein Gelöbnis abgelegt, und damit ihren Dank für die Erfahrung von Erretung aus Not und die Bitte um Schutz ausgedrückt. Sie haben versprochen, dass sie fortan, alle drei Jahre von Judenburg ins kärntnerische Maria Waitschach und wieder zurück pilgern. 47 Kilometer zu Fuß - bei Tag und bei Nacht. Bis heute ist die Waitschacher Wallfahrt nie eine rein kirchliche Veranstaltung gewesen, sondern immer ein Wunsch und Anliegen der Judenburger Bürger und Bürgerinnen. Vor wenigen Wochen sind rund 400 von ihnen wieder aufgebrochen. Für viele von ihnen ist die dreitägige Wallfahrt der einzige Bezugspunkt, den sie noch zur Kirche haben. Warum nehmen Menschen diese Strapazen auf sich? Welche Bedeutung hat für sie ein Gelübde? Welche Bitten und Anliegen nehmen sie mit auf den Weg? Wofür wollen sie danken?