Afrikas wilder Westen - Namibias Wüstenpferde

07:45 - 08:30
Natur + Umwelt, A/F 2014
Regie: Franz Leopold Schmelzer
Umgeben vom malerischen Fish River Canyon und dem stürmischen Atlantik breitet sich die Namib mit ihren Trockengebieten, den Sandwüsten und den Savannen aus. In der trockensten Wüste der Welt können nur Spezialisten überleben, die sich über Jahrtausende an die harschen Bedingungen angepasst haben: Oryx-Antilopen, Strauße und Hyänen. Doch die Namib beheimatet auch eine Tierart, die aus Europa kommt und erst seit 100 Jahren den Bedingungen der Wüste ausgesetzt ist: Pferde. Sie sind Relikte des Diamantenbooms der deutschen Kolonialzeit.200 Tiere leben noch in der Namib, behaupten sich gegen Dürre, Hitze und die ständigen Sandstürme, Skorpione, Schlangen und Hyänen. Nur ein altes Bohrloch, mit dessen Wasser einst das Zentrum der Region versorgt wurde, hilft ihnen zu überleben. Solange die Pferde im weiteren Umkreis des Brunnens bleiben, ist gesichert, dass sie nicht verdursten. Oft aber sind die erreichbaren Weidegründe bereits abgegrast - über lange Perioden im Jahr herrscht Mangel an Nahrung. So hängt das Überleben der Pferde jedes Jahr aufs Neue am seidenen Faden.Die Oryx-Antilopen, mit den Pferden die größten Säugetiere der Region, sind dagegen perfekt angepasst. Sie können ihre Körpertemperatur regulieren und dank ihrer Fähigkeit, große Mengen Wasser zu speichern, auch weite Strecken überwinden, um Weidegebiete zu erreichen. Den Pferden hilft nur ihr angeborenes Sozialverhalten: gemeinsam stark sein. So bilden sie bei Angriffen von Hyänen einen schützenden Pulk um die Jungtiere. Oder sie lecken sich gegenseitig ab, um ihren Salzhaushalt mit Schweiß aufzubessern.