Die Wüstenschule

02:55 - 03:40 // Unterricht in der Sahara Marokkos
Gesellschaft + Soziales, D 2019
Regie: Mouhcine El Ghomri
Die Schule in Boutyousse liegt etwa 30 Kilometer von der marokkanischen Stadt Zagora entfernt. Mitten in der Wüste. Eine asphaltierte Straße gibt es genauso wenig wie eine Verbindung zur Außenwelt: kein Telefonnetz, kein Internet, kein Fernsehanschluss. Eine Herausforderung für den jungen Lehrer Lhoussine Oussisse aus der Nähe von Agadir. Er unterrichtet in dem einzigen Schulraum gleichzeitig drei Klassen, Jungen und Mädchen. Die Schule ist seit über drei Jahren staatlich anerkannt, dennoch sind nur wenige Kinder angemeldet. In Marokko herrscht Schulpflicht, aber in abgelegenen Gegenden nimmt man das nicht so genau: Der Schulweg ist weit, die Mädchen werden für den Haushalt, die Jungs für die Arbeit auf dem Land und mit den Tieren gebraucht. Die Kinder stammen alle aus Berberfamilien, die früher Nomaden waren. Sie leben in einem Umkreis von fünf Kilometern um die Schule. Es gibt kein Dorf, keine Siedlung, nur einzelne schlichte Steinhäuser, weit verstreut in der Steinwüste. Gestiftet wurde die Beduinenschule in Boutyousse von Lahcen und Mohamed Ahansal. Die beiden Brüder haben eine Schule dort aufgebaut, wo sie geboren und aufgewachsen sind: in der Sahara. International anerkannt wurden sie durch den internationalen Marathon des Sables, der als der härteste Wüstenmarathon der Welt gilt. Zehn Mal gewann Lahcen diesen Marathon in Marokko, sein Bruder Mohamed fünf Mal. "Die Wüstenschule - Unterricht in der Sahara Marokkos" von Mouhcine El Ghomri erzählt von dem Leben in der Wüste. Von Kindern und in ihren Familien, für die eine kleine Zwergschule Hoffnung auf ein besseres Leben bedeutet.