Wilde Überlebenskünstler

16:48 - 17:31 // Wie Tiere sich herausputzen
Tiere, D/E 2015
Die Dokumentation begibt sich auf eine Reise vom Norden Mexikos in den Süden: In Tijuana, der ersten Station, untersucht der Fotograf Francisco Matarosas die Frage der Landesgrenzen. Landschaftlich ist Mexiko geprägt von Vulkanen, dichten Wäldern und öden Wüsten. Bei der Erkundung des riesigen Staatsgebiets und der vielfältigen Bevölkerung, die auf eine komplexe Geschichte zurückblickt, treten die vielen sozialen, religiösen, kulturellen, wirtschaftlichen, aber auch geografischen Gegensätze zutage. Die Frauenmorde von Ciudad Juárez sind beispielhaft für die gnadenlose Gewalt der Drogenkartelle. Die Fotografin Mayra Martell fängt die Gräueltaten auf subtile Weise in ihren Bildern ein. In San Pedro Garza García, der reichsten Gemeinde Lateinamerikas, richtet Yvonne Venegas einen anthropologischen Blick auf die mexikanischen Eliten. Weiter südlich, in der Megacity Mexiko-Stadt, fotografiert Federico Gama seit über 20 Jahren Cholos, Mazahuacholoskatopunks, Iluminados und andere Vertreter der mexikanischen Gegenkultur. Auf dem Isthmus von Tehuantepec, wo in den letzten Jahren etliche Windparks errichtet wurden, prangert der Künstler Edgardo Aragón die verheerenden Folgen an, die ein industrielles Megaprojekt - die Umwandlung der Region in einen Transportkorridor, der dem Panamakanal Konkurrenz machen soll - für die Natur und die einheimische Bevölkerung hat. In Chiapas erinnert der legendäre Kriegsfotograf Pedro Valtierra an den Aufstand der Zapatisten - und ein nach wie vor ungesühntes Verbrechen: das Massaker von Acteal. Zum Abschluss präsentiert die Dokumentation eine der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts: die berühmte mexikanische Fotografin Graciela Iturbide. Jenseits der harten Realität ihres Landes ist es Iturbide gelungen, eine Welt der Träume einzufangen. Eine Welt, in der sich das Schöne der bitteren Wirklichkeit widersetzt.