Arte Reportage

06:15 - 07:10
Zeitgeschehen, F 2016
(1): Mexico: Der Opium-Krieg Mexico ist heute ein Großproduzent von Opium mit dramatischen Folgen auch für die Menschen in den USA. Trotz der inzwischen 46 Jahre alten Kampagne "War on Drugs" ist die Zahl der Heroin-Abhängigen in den USA in den letzten Jahren geradezu explodiert. Die Nachfrage steigt immer noch und die Lieferanten auf der anderen Seite der Grenze, in Mexiko, passen sich ihr marktgerecht an. Über 90 Prozent des in den USA konsumierten Heroins stammt inzwischen aus Mexico. Lange Jahre war das Land vor allem ein Transitland für die Drogen-Schmuggler aus Südamerika, aber heute steht Mexico in punkto Schlafmohn-Anbau an dritter Stelle der Welt-Rangordnung, hinter Afghanistan und Myanmar die Drogen-Clans planen, bald die Nummer 1 zu werden. Der Anbau und Schmuggel der Droge hat einen Krieg, zwischen den Drogenkartellen, dem Staat und seinen Bürgern, entfesselt: Zehntausende starben oder verschwanden bis heute spurlos; Entführung, Folter und Tod sind Alltag geworden für die Menschen in Mexico 36.000 Tote allein im Jahr 2016, dreimal mehr als in Afghanistan. Die "ARTE-Reportage" drehte bei den kleinen Bauern, die Schlafmohn anbauen, um ihre Armut zu überwinden, bei den Opfern des Kriegs der Kartelle und bei denen, die das alles kontrollieren.(2): USA : Louisiana - Der Gefängnis-Staat Trauriger Weltrekord: Im US-Bundesstaat Louisiana sitzen zehn Mal mehr Menschen im Knast als in Deutschland Das liegt in Louisiana vor allem daran, dass die Mehrheit der Gefängnisse dort von den Sheriffs privatwirtschaftlich betrieben wird. Sie erhalten 24 Dollar pro Häftling am Tag Unterhalt vom Staat und wenn weniger Menschen hinter Gittern sitzen, dann gibt es auch weniger Geld. Die sogenannten "Parish Prisons" sind eine wahre Plage für die Häftlinge und ein gutes Geschäft für die Betreiber auch durch die spartanischen Verhältnisse dort: Bis zu 1.500 Gefangene nehmen sie auf, die dann mit bis zu 200 Personen in Gemeinschafts-Schlafsälen nächtigen müssen. Dank modernster Überwachungskameras brauchen sie dort immer weniger Gefängniswärter. Ein Sheriff ist stolz darauf, die Besucherzellen abgeschafft zu haben, denn die Häftlinge und ihre Familienangehörige dürfen sich in seinem Knast nur noch per Skype sehen günstiger geht es nicht