Am Anfang war das Wir - Die Ursprünge der Zivilisation

20:15 - 21:05 // Wir bauen
Geschichte, GB 2018
Regie: Tim Lambert
Warum ließ sich der Mensch, nachdem er als nomadischer Jäger und Sammler gelebt hatte, eines Tages in Dörfern, Städten und Gemeinden nieder? Die Geschichte der Sesshaftigkeit beginnt im Südosten der Türkei auf dem Hochplateau des Göbekli Tepe, übersetzt "der bauchige Hügel", wo sich das älteste monumentale Heiligtum der Menschheit befindet. Hier errichteten die Menschen vor 11.500 Jahren zur Feier eines unbekannten (Toten-)Kults eine Stätte in Form einer kreisförmigen Steinanlage. Das Besondere sind die zahlreichen bis zu sechs Meter hohen und mit kunstvollen Hochreliefs verzierten T-förmigen Monolithen. Teils sind die Pfeiler mit Tierdarstellungen, teils mit Elementen in Menschengestalt versehen - möglicherweise Sinnbilder für Wesen aus einer anderen Welt. Die monumentale Tempelanlage war wahrscheinlich die Keimzelle für eine größere sesshafte Siedlung. Um dauerhaft an einem Ort zu leben, bedurfte es verlässlicher Nahrungsquellen. Die Entdeckung des Weizenanbaus vor rund 10.000 Jahren gab der Menschheitsgeschichte die entscheidende Wendung: Um Ackerflächen zu bewirtschaften, mussten die Bauern das ganze Jahr über an einem Ort bleiben. So bauten sie die ersten Dörfer und Städte, die rasch zu kulturellen Schmelztiegeln wurden und Fortschritt und Innovation möglich machten.