Die Geschichte des Südtiroler Törggelen

09:45 - 10:05 // Eine kulinarische Spurensuche im südlichen Eisacktal
Essen + Trinken, A 2015
Der Name des Brauchs leitet sich von der Torggel (lat.: "torquere" - pressen, drehen usw.) ab, der Traubenpresse im Kelterraum. Das Wort (lat.) "Torculum" heißt so viel wie Kelter - auf südtirolerisch "Torggl". Das Eisacktal gilt als Ursprungsgebiet, also eine Zone, die gar nicht so viel Wein produziert. Folgender Erklärungsversuch über den Ursprung des Törggelen klingt deshalb vernünftig: Eisacktaler Bauern, die Wein anbauten und ihre Tiere auf die Weiden der Bergbauern schickten, revanchierten sich mit einem herbstlichen Bauernschmaus und dem neuen Wein: Törggelen als Abschluss eines Tauschhandels. Zum Kosten des neuen Weines stieg man in den Kelterraum, also jenen Raum, in dem die Weinpresse, die "Torggl", stand. Zur geselligen Runde hat man sich dann in die Stube gesetzt. Ein anderer Erklärungsversuch ist, dass zu früheren Zeiten den Erntehelfern nach getaner Arbeit als Dank ein großes Festessen zubereitet wurde. Aus diesem Brauch ist im Lauf der Jahre ein äußerst lukratives Tourismusangebot geworden. Das "Unterwegs beim Nachbarn", gestaltet von Hartwig Mumelter, zeigt auf, wie geschickt und weniger geschickt das Törggelen vermarktet wird und porträtiert auch Menschen, die das Törggelen kulinarisch und önologisch auf höchstes Niveau gebracht haben.