Im Brennpunkt

21:55 - 22:20
Dokumentation, A 2019
Dass Wladimir Putin bei der - nicht unumstrittenen - Präsidentschaftswahl vor fast genau einem Jahr wiedergewählt wird, daran hat kaum jemand gezweifelt. Knapp 77 Prozent waren es schließlich, die dem russischen Präsidenten ihre Stimme gegben haben - Putins bislang bestes Wahlergebnis. Doch wer sind seine Wähler und warum sprechen sie Putin das Vertrauen aus? Fragen, denen "Im Brennpunkt" in der 500 Kilometer von Moskau entfernten Millionenstadt Woronesch nachgeht - einer Stadt wie so viele andere im Russland von heute: Im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen unter Hitler zerstört, unter Stalin nach seiner Art und Weise wieder aufgebaut, über Jahrzehnte wirtschaftlich gut entwickelt, als Standort der Luftfahrtindustrie in der Sowjetunion - bis heute findet man dort Arbeit, der Wohnungsbau floriert, die Einkaufszentren sind die neuen Treffpunkte der Bevölkerung, vor allem im eisigen russischen Winter. Unsere Reporter treffen dort vier Menschen, die uns von ihren Jahren unter Putin erzählen: Iwan, 25 Jahre alt, sieht für sich eine gute Zukunft in einem sich gut entwickelnden Russland; Natalia, 44 Jahre alt, fühlt sich gut aufgehoben in Putins stabilen und sicheren Verhältnissen; Sergei, 51 Jahre alt, ist Priester, er ist sehr zufrieden damit, wie sich die orthodoxe Kirche zu einem stabilen Pfeiler der Regierung entwickelt hat; Alexander, 49 Jahre alt, ist Journalist, er ist zwei Jahre im Gefängnis gesessen, nachdem er die Machenschaften eines regionalen Staatsanwalts enthüllt hat. Er hat als einziger unter den Vieren Wladimir Putin nicht erneut seine Stimme gegeben.