Am Schauplatz Gericht

12:06 - 13:00
Recht + Kriminalität, A
"Ihr Schweine, ich habe eine Bombe platziert und sie wird nächste Woche losgehen, ihr Hunde, ihr dreckigen". Derart hatte sich Herr U. ans AMS in Wien gewandt. Eine Gedankenlosigkeit, für die man sich einfach entschuldigt, oder eine gefährliche Drohung, für die man eingesperrt werden kann? Das Schauplatz Gericht Team beschäftigt sich in dieser Ausgabe mit rechtlichen Konsequenzen, die heutzutage das Reden und das Schreiben haben können. Martin W. hatte zu einer Arbeitskollegin gesagt: "Stell Dir vor, ich wäre auch so ein Wahnsinniger und würde alle in die Luft sprengen". Der 29 jährige Steirer, der damals einen "wilden" Vollbart trug, hat dann noch erwähnt, dass der Schichtwechsel, wo mehr Mitarbeiter anwesend sind, ein günstiger Zeitpunkt wäre. "Allahu Akbar" hat er auch noch dazugesagt und einen Bombenrucksack erwähnt. Gudrun Kampelmüller hat in beiden Fällen versucht, nicht nur Gerichtsverhandlungen und Bestrafungen zu dokumentieren, sondern die Psyche solcher Leute zu erforschen. Sie hat dabei zwei Männer kennengelernt, die ihr in außergewöhnlichen Interviews sehr offen Rede und Antwort gestanden sind. Beide sind nicht unbedingt Erfolgstypen, beide leben bei ihrer Mutter und beide wollten zum Ausdruck bringen, dass sie nicht die Monster sind, für die man sie nach ihren Äußerungen halten könnte. Was darf man im Internet auf Bewertungsplattformen über Hotels, Restaurants oder andere Dienstleister äußern? Maria Zweckmayr hat den Fall eines Bräutigams dokumentiert, der kritisch über seine angeblich "unterirdisch" schlechte Hochzeitsplanerin geschrieben hat und vor Gericht gelandet ist.