Michel Legrand - Drei Oscars für die Filmmusik

05:20 - 06:15
Kunst + Kultur, F 2017
Regie: Gregory Monro
Die herzzerreißende Abschiedsszene in "Die Regenschirme von Cherbourg", das Duett der Zwillinge in "Die Mädchen von Rochefort", die Schachpartie in "Thomas Crown ist nicht zu fassen", die Liebeszene in "Sommer '42", das gesungene Rezept für den Liebeskuchen in "Eselshaut" Nur wenige Noten von Michel Legrand, und sofort erscheinen vor dem inneren Auge bewegende Kinoerlebnisse. Michel Legrand ist Komponist, Arrangeur, Pianist, Sänger und Dirigent. Er hat viele Rollen gespielt und sich an viele Musikstile herangewagt: den Jazz mit Miles Davis, John Coltrane, Duke Ellington und Sarah Vaughan; amerikanische Songs mit Barbra Streisand; das französische Chanson mit Maurice Chevalier, Jacques Brel und Claude Nougaro; und natürlich die Filmmusik, die ihn von der Nouvelle Vague mit Godard und Demy bis nach Hollywood führte, wo er mit Orson Welles, Sydney Pollack und Clint Eastwood zusammenarbeitete und drei Oscars gewann. Ein turbulentes Leben, das der Film mit Hilfe jener Partnerin erzählt, die Legrand seit knapp 80 Jahren begleitet: die Liebe seines Lebens - die Musik! Am Anfang stand ein hochbegabter junger Mann, der am Pariser Konservatorium bei der unvergessenen Nadia Boulanger lernte. Danach kamen: die ersten Schallplatten, bei denen er im Alter von nur 25 Jahren mit den größten Jazzmusikern zusammenarbeitete; die ersten Schritte beim Film und seine fruchtbare Zusammenarbeit mit Jacques Demy; die Sängerkarriere; und immer wieder seine unvergleichliche Begabung, Genres und Register zu vermischen - bis hin zu symphonischen Werken. Die Dokumentation wird von Legrands Melodien getragen, präsentiert Auszüge aus Filmen und verblüffende Archivaufnahmen, und zeigt den Künstler im Dialog mit seiner Leidenschaft. Ein wahrhaft gelungenes Porträt, originell und unkonventionell - ganz wie Michel Legrand.