Re:

12:15 - 12:50
Gesellschaft + Soziales, D 2019
Der typische Schmerzpatient wird von einem Arzt zum nächsten geschickt - häufig ohne dauerhaften Erfolg. Viele warten jahrelang auf die richtige Diagnose und eine angemessene Behandlung. Doch neue Therapien und Ansätze wecken die Hoffnung auf einen Alltag ohne Schmerzen. Manche Patienten können beispielsweise nicht stehen, nicht sitzen, nicht laufen, nicht mal die Schuhe zubinden. Zahlreiche Besuche bei Ärzten und Orthopäden blieben ohne Erfolg. Andreas Jelitto, Chefarzt der Klinik für Schmerztherapie im Krankenhaus Schleiden, ist der Meinung, dass die Versorgung von Schmerzpatienten in Deutschland katastrophal sei. Das sei auch darin begründet, dass Schmerzmedizin in Deutschland kein eigener Facharztbereich ist. Vielen Ärzten fehlt es an Know-how zu chronischen Schmerzen - und an Geld sowie Zeit für eine richtige Diagnose und Behandlung. Könnte die Lösung in Irland zu finden sein? Hier gibt es seit 2014 eine spezielle Ausbildung zum Facharzt für Schmerzmedizin. Seit der Einführung dieser Zusatzausbildung hat sich hier viel verändert: Ärzte können sich mehr Zeit für Patienten nehmen, die Leistungen besser abrechnen und mehr Geld wird in die Forschung gesteckt. Die Reportage zeigt am Beispiel Irlands, welche Vorteile die strukturelle Änderung im Facharztbereich bringt. Auch neue Therapien werden vorgestellt: Christoph Stein von der Charité in Berlin forscht an einer neuen Generation von Schmerzmedikamenten, die genauso gut wirken wir Opiate, jedoch keine Nebenwirkungen haben. Und an der Schmerzklinik in Kiel hilft der Arzt Hartmut Göbel Patienten mit chronischer Migräne - mit einer neuartigen Migräne-Impfung.